Page 6 - Baumpatenschaft | Stadt Lienz
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          Im ersten Standjahr braucht der Jungbaum besonders viel
          Aufmerksamkeit – durch die Anwuchskontrolle steht er
          unter besonderer Beobachtung. An heißen Tagen wird er
          wöchentlich gegossen und im Herbst bekommt der Stamm
          einen weißen Frostschutzanstrich, um das Aufplatzen der
          Rinde zu vermeiden.


          Im Jahr nach der Pflanzung wird der Stadtbaum in den
          digitalen Baumkataster der Stadt Lienz aufgenommen –
          hier sind eine Vielzahl an betreuungsrelevanten Daten zu
          jedem einzelnen Exemplar eingetragen. Hat der Baum eine
          gewisse Größe erreicht, wird er mit einer Plakette gekenn-
          zeichnet, auf der ein Teil des Codes sichtbar ist, mit dem er
          in der Datenbank wiederzufinden ist.



                                                              Plaketten mit Code-Markierung für den Baumkataster                 Baumreihe am Moarfeldweg – diese Rosskastanien sind circa 50 Jahre alt







          In den nächsten Standjahren des Stadtbaumes wird be-                                                                   In städtischen, viel frequentierten Bereichen ist es erfor-  Es gibt inzwischen sogar Städte, die vereinzelt alte, bruchge-
          sonders großer Wert auf die Baum-Erziehung gelegt. Wird                                                                derlich, das Falllaub im Herbst zu entfernen. Und in gewis-  fährdete Bäume, die viel Totholz und Höhlungen aufweisen,
          frühzeitig ein guter Kronenaufbau erzielt, erspart dies viel                                                           sen Abständen sind Baumkontrollen unter anderem zur Ge-  stehen lassen - zur Förderung der Biodiversität, als Lebens-
          Schnittarbeit in späteren Jahren und damit hohe Kosten.                                                                währleistung der Verkehrssicherheit und zur Überprüfung   raum für bestimmte Organismen und auch als Naturerfah-
          Vor allem aber vermeidet man dadurch die Bildung von                                                                   des Gesundheitszustandes durchzuführen. Die Ergebnisse   rung für Stadtbewohner. Aus Sicherheitsgründen wird hier
          größeren Faulstellen, die sich wiederum negativ auf die                                                                werden vor Ort in den digitalen Baumkataster eingetragen.  aber meist die nähere Umgebung abgesperrt.
          Baumgesundheit und damit auf die Lebenszeit und Ver-                                                                   Erst im Alter von rund 50 Jahren (also ca. 35-40 Jahre
          kehrssicherheit des Baumes auswirken. Diese Schnitt-                                                                   nach Pflanzung), erreicht der Baum eine Größe, mit der
          arbeiten werden meist im Sommer ausgeführt, da die                                                                     eine gute Wirkung für das Stadtklima zu erzielen ist. Je äl-
          Abschottung der Wunden schneller und besser vor sich                                                                   ter und größer der Baum, desto höher auch seine Leistung
          geht - vereinfacht gesagt, sie heilen besser. In den folgen-                                                           für das Ökosystem und die Biodiversität.
          den Jahren sind Pflegearbeiten wie Totholz und Dürräste
          entfernen oder die Auslichtung der Kronen zu erledigen.                                                                Im besten Fall erfüllt der Baum viele Jahre seine städt-
          Auch die Herstellung des Lichtraumprofils – hier muss                                                                  ischen Wohlfahrtswirkungen. Zu den Bäumen, die an die
          die Baumkrone über dem Straßenraum mind. 4,5 m hoch                                                                    1.000 Jahre alt werden können, zählen Eichen und Lin-
          freigeschnitten werden – ist eine immerwiederkehrende                                                                  den. Schnellwachsende Arten wie Birke oder Spitzahorn
          Pflegemaßnahme.                                                                                                        erreichen ihr natürliches Lebensende früher, sie werden
                                                                                                                                 120 - 150 Jahre alt. Im Idealfall erfolgt die Entfernung erst,
                                                                                                                                 wenn Stand- oder Bruchsicherheit sehr stark beeinträchtigt
                                                                                                                                 sind und deshalb die sog. Verkehrssicherheit nicht mehr
                                                                                                                                 gegeben ist.






                                                                                                                                                                                     Säulenpappel mit großen Faulbereich im Stamm musste entfernt werden
                                                              Blutahorn in der Alleestraße im Frühling                                                                               (Pfarrgasse)
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