Page 25 - Stadtfuehrer_Lienz
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Um 1880: Die Pfarrbrücke aus Holz, der historische Gasthof „Glöcklturm“ und die Pfarrkirche
                                      St. Andrä, die erst rund 30 Jahre später den heute charakteristischen hohen Turmaufbau erhält.
                                                                                                          Kriegergedächtniskapelle Albin Egger-Lienz
                                      Neben dem Aufgang zur Empore   Flügeln des Orgelkastens „Christi
                                      ist die spätgotische Grabplatte für   Geburt“ und „Anbetung der Köni-
                                      die Burggrafen von Lienz, Augustin   ge“ sowie die Hll. Rupert und Virgil.
                                      und Hugo II. Weiters das Hoch-  Im linken Seitenschiff befindet sich
                                      grab für  den  ersten Pfandinhaber   der klassizistische Marien- oder
                                      der Herrschaft  Lienz nach  der   Rosenkranzaltar der Brüder Jo-
                                      Görzer Zeit, Michael Freiherr von   sef  und Anton  Moosbrugger  von
                                      Wolkenstein-Rodenegg und seine   1829/30. Die seitlichen Statuen
                                      Gemahlin  Barbara  von  Thun,  von   des Königs David und des Pro-
                                      Christoph Geiger um 1510.  pheten Jeremias stammen von
                                                                 Gottlieb Klotz. Von Johann Mitter-
                                      Am südlichen Pfeiler Fresken von   wurzer ist das Altarbild „Christi Ge-
                                      „St. Andreas“ mit dem Kreuz,     burt“ von ca. 1770. Den Altartisch
                                      darunter Martyrium eines Bischofs   schmückt die „Rosenkranzmut-
                                      oder Abtes (um 1460). Am nörd-  tergottes“ von Josef Bachlechner                  „Sämann und Teufel“ und „Der Auferstandene“ von Albin Egger-Lienz.
                                      lichen Pfeiler Fresko mit zwei heili-  (1912). Zur Osterzeit ist im linken
                                      gen Frauen, darüber Seccomalerei   Seitenaltar das berühmte „Heili-    21  Bezirkskriegerdenkmal – Ein   scheint vorerst der Krieg zu sein) und
                                      „Maria mit Kind“ aus der ersten   ge Grab“ des Malers Anton Zoller,   bewusst schmucklos gehaltener     „Der Auferstandene“. Diese unge-
                                      Hälfte des 16. Jahrhunderts. An   das 1752 entstanden ist, zu sehen.   Sakralraum von Clemens Holz-  wohnte und wenig prunkvolle Dar-
                                      der Westseite ist die „Fastenmah-  Es zeigt – geschmückt mit bunten   meister aus den Jahren 1924/25.     stellung war lange Zeit sehr um-
                                      nung“ vom Ende des 15. Jahr-  Osterkugeln – Szenen zwischen         Durch das Zusammenwirken von   stritten und hatte auch zu einem
                                      hunderts und an der Vorderseite   Gründonnerstag und Ostermontag.   Holzmeister mit Albin Egger-Lienz   von Rom verhängten Verbot der
                                      der Empore sehen Sie die hoch-  So lernten auch jene die Leidens-   wurde eine der eindrucksvollsten   Abhaltung  von  Gottesdiensten
                                      gotische Figurengruppe „Maria mit   geschichte kennen, die nicht lesen   Kriegergedenkstätten in Öster-   geführt, das erst 1983 aufgeho-
                                      den Hll. Elisabeth und Barbara“ um   konnten. In Altarnähe befindet sich   reich geschaffen. Egger-Lienz hat   ben wurde. Hier in der Kapelle
                                      1430 sowie die Plastik des „Auf-  eine „Schutzengel“-Plastik von Jo-  den Raum 1925 mit einem vierteili-   ist auch die Grabstätte des Künst-
                                      erstandenen“ von Hans Klocker   hann Paterer, um 1760, über dem     gen Gemäldezyklus ausgestattet:   lers Albin Egger-Lienz (†1926). Die
                                      (1480/90).Die Orgel von 1618 ist   Beichtstuhl das Fresko „Einzug der   „Sämann und Teufel“ (Sämann     Namen der in den beiden Weltkrie-
                                      von Andreas Putz aus Passau, ver-  Hl. Drei Könige“, um 1480. Das   sät Gutes, Satan Hass und Zwie-  gen gefallenen 3234 Osttiroler sind
                                      sehen mit der Statue „König David“   Hochgrab  für  den letzten  Görzer   tracht); „Sturm“ (Darstellung des    in der Kapelle und unter den Arka-
                                      und den Reliefs von musizierenden   Grafen Leonhard gestaltete Chris-  Krieges);  „Totenopfer“  (Sieger  den verzeichnet.
                                      Putti von Adam Paldauf. An den   toph Geiger 1506/07.


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