Lienz macht vielfach verborgene Handwerksbetriebe sichtbarer

Besser nutzen wollen viele Kleinproduktionsbetriebe die hohe Kundenfrequenz der Lienzer Innenstadt. Gelingen soll dies unter anderem mit der Plattform „Manufakturen Lienz“, die zahlreiche Handwerksbetriebe vor den Vorhang holt.

 

Handwerk hat goldenen Boden. Dieser Leitsatz hatte schon im Mittelalter seine Gültigkeit. Auch in Lienz weisen noch heute zahlreiche Straßen- und Gassenbezeichnungen auf die ehemalige Bedeutung handwerklicher Produktionsstätten hin, die hier einst ansässig waren. So zum Beispiel die Färbergasse, die Messinggasse oder die Mühlgasse.

Jahrhundertelang prägten die Handwerker das Stadtbild. Die jeweils passenden Zunftzeichen zeigten an den Außenmauern, was im Inneren produziert wurde und über welche Kenntnisse und Talente die jeweiligen Handwerker verfügten. Viele, die ein Handwerk ausübten, waren gesellschaftlich angesehene Personen.

Diese, für Handwerker oft goldenen Zeiten, transportiert man in Lienz nun in die Gegenwart. Mit dem LEADER-Projekt „Manufakturen und urbane Produktion im Kontext der Innenstadtentwicklung“ möchte die Stadt an diese alte Tradition anknüpfen und die Innenstadt als attraktiven Standort für Manufakturen positionieren. Damit dies gelingen kann, bietet man den heimischen handwerklichen Kleinbetrieben eine gemeinsame Bühne, mit der auch die Zusammenarbeit gestärkt werden kann.

Ein Vorhaben, das bei der angesprochenen Zielgruppe auf viel Gegenliebe stieß: Gleich 26 interessierte Betriebe meldeten sich auf die öffentliche Einladung, was unter Beweis stellt, wie viele „verborgene“ Manufakturen und Kleinhandwerksbetriebe in der Lienzer Innenstadt noch ihre individuellen Produkte herstellen. „Uns ist wichtig den Leuten zu zeigen, dass Lienz nicht nur wegen der Lage und der Gebäude wunderschön ist, sondern vorrangig wegen der Menschen, die hier leben, arbeiten und sich handwerklich ausdrücken“, betont Bürgermeisterin Elisabeth Blanik.

In Zukunft werden die teilnehmenden Betriebe ihre Produkte und handwerklichen Talente unter dem Logo und der Plattform „Manufakturen Lienz“ einem breiten Publikum vorstellen. Dieses zeigt eine Hand, welche eine goldene Kugel hält. „Handwerker werden oft mit Hämmern assoziiert, in Wirklichkeit sind es aber die Hände, mit denen sie arbeiten“, erklärt AberJung-CEO Lukas Jungmann. Die goldene Kugel symbolisiert den goldenen Schnitt.

Mit dem Internetauftritt, und in ihren Standorten, gewähren die Betriebe den Besuchern und Gästen spannende Einblicke in die lange Tradition, aber auch in die Zukunftsfähigkeit ihres Handwerks in der Sonnenstadt. Dadurch eröffnet sich allen Betrachtern und potenziellen Kunden ein breites Spektrum an Produkten, die allesamt durch exzellente Qualität und Individualität bestechen – vom regional gerösteten Kaffee über maßgeschneiderte Bekleidung bis hin zu handgefertigten Schmuckstücken.

Die Plattform „Manufakturen Lienz“, erstellt von der Firma AberJung in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Lienz, ist auch Träger, Kooperations- und Informationsinstrument aller beteiligten Unternehmerinnen und Unternehmern sowie deren Betriebe. Auf der gemeinschaftlichen Website https://manufakturen-lienz.com geben die Manufakturbetreiber in Form von Kurzvideos interessante Einblicke in ihre Handwerkskunst. Zudem fungiert ein übersichtlicher, hübsch bebilderter Folder als Wegweiser, der von Werkstatt zu Werkstatt führt. „Der Anfang ist hiermit gemacht, doch nicht das Starten entscheidet über den Erfolg, sondern das Durchhalten“, appellierte Christian Steininger, Ausschussobmann für Wirtschaft und Standortentwicklung in Lienz, an alle Beteiligten.

Auch Oskar Januschke vom Stadtmarketing Lienz stieß ins selbe Horn: „Tragt das Siegel mit Stolz weiter, erzählt den Leuten davon und zeigt welch großartige Produkte ihr fertigt.“ Die Anzahl der Betriebe ist dabei nicht auf die derzeitigen Teilnehmer beschränkt. „Wir freuen uns auf alle Manufakturen, die sich dem Projekt noch anschließen“, so Januschke.

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 89.200 Euro. Rund 58.000 Euro stammen dabei aus LEADER-Mitteln (65%). Die restlichen 35%, also 31.200 Euro, finanziert die Stadtgemeinde Lienz.

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